Übersichtskarte

Kawarau-Brücke - Arrowtown

Mittwoch, 20.02.2019

Kia Ora und Willkommen zum ultimativen, dritten und letzten Adrenalin-Kick in Neuseeland

Die Nacht war sehr unruhig, ich konnte kaum schlafen und wenn, dann mit seltsamen Träumen. Keine gute Nacht. Zusätzlich dazu hatte es auch noch ordentlich geschüttet die Nacht und riesige Pfützen hatten sich die Nacht auf dem „Campingplatz“ gebildet.

Eigentlich war der Ben Lomond Track heute auf dem Plan aber es gab 3 gute Gründe, die dagegen sprachen.

  1. Es war zwar sonnig, aber bereits hier unten ziemlich windig, der Aufstieg zum Gipfel wäre also eh nicht möglich gewesen.
  2. Der Parkplatz bei Walk ist auch der Parkplatz zur Gondel, die ein Stück hinauf geht und dieser war zum Einen komplett dicht und zum Anderen für nur 4 Stunden begrenzt. Auch der etwas weiter entfernte Parkplatz war auf 4 Stunden begrenzt und hätte mich dann auch mal locker 6 Dollar die Stunde gekostet. Das war’s mir dann auch nicht wert. Und schließlich…
  3. Ich hatte heute überhaupt keine Lust zum Wandern…

Ich beschloss stattdessen einfach von der Brücke zu springen! Wobei, ganz so einfach wie gesagt ist es noch lange nicht getan… Es ging aber auf jeden Fall schon einmal zum AJ Hacket Bungy auf der Kawarau Brücke.

Bereits beim Einchecken war ich so nervös, dass meine Hände zitterten. Noch einmal schnell aufs stille Örtchen…

Und dann ging es auf die Brücke zur Vorbereitung. Diese war super schnell abgeschlossen. Noch einmal schnell nachwiegen, um sicher zu gehen, ein einfaches Geschirr wie beim Klettern an und fertig. Ok… diese schnelle Vorbereitung machte mich noch nervöser und ich zitterte noch mehr. Vier Leute waren noch vor mir, dann ging es mir an den Kragen.

Ich setzte mich hin und ließ mir die Füße festbinden. Na, so ganz sicher sah das für mich nicht aus aber ich weigerte mich, drüber nach zu denken. Noch ein kleine wenig fragte mich die Crew aus und dann die Frage: mit eintauchen oder ohne? Ich fragte, wie tief das denn dann wäre und er meinte, normalerweise nicht sehr tief. Also gut, erwiderte ich. Wenn ich das hier schon mache dann richtig, also ein wenig eintauchen wird schon nicht weh tun. Dann ging es los. Ich stand auf und sah schon den Fluss unter mir. 43m… Wie unheimlich weit 43m plötzlich sind… Ich tippselte nach vorne, cm für cm. „Schau einfach nach vorne und ich sag dir wie weit du gehen sollst“, sagte mir einer von der Crew. Ok. Nicht so einfach, wie man denkst… „Jetzt noch ein paar Bilder, dann zähl ich von fünf runter und du springst einfach.“ Ha, einfach ist gut. Ich dachte schon, der Skydive war eine Herausforderung, aber das war ein Kinderspiel im Vergleich zu dem hier. Beim Fallschirmsprung packst du nur die Beine über den Rand und ein anderer springt für dich. Da hast du nur ein kleines Zeitfenster, in dem alle drei Springer raus müssen, da wird nicht lange gefackelt und gefragt, ob du willst oder nicht. Hier war das ein anderes Spiel. Hier musstest du selbst springen! Keiner, der dich zwang, keiner der dich runter schubste! Du musstest selbst verrückt genug sein, das zu machen!

Beim vorherigen zusehen habe ich zwei Leute gesehen, die zu große Angst hatten. Die Crew redete auf sie ein und versuchte sie zu beruhigen, doch am Ende gaben sie auf und sprangen doch nicht. Aber das kam gar nicht in Frage! Vor mir ist ein 11jähriges Mädchen gesprungen, da werde ich doch nicht kneifen!

Ich tapselte also nach vorne, ließ den rettenden Griff los, noch schnell ein Bild

und schon hörte ich das Runterzählen. Ich schloss kurz die Augen, atmete tief durch und dann ging es ab nach unten.

Ich schrie mir die Seele aus dem Leib, bis der Druck mir die Luft aus den Lungen drückte. Ich sah das Wasser auf mich zu kommen, hob die Arme nach vorne und befand mich dann auch schon im kühlen Nass des Flusses. Ein tolle Abkühlung an diesem super sonnigen Tag!

Dann zog das Seil an meinen Beinen und katapultierte mich wieder hinauf. Ich fing wieder an zu schreien. Diesmal weniger vor Angst sondern mehr vor Spaß.

Zwei weitere Male wurde ich hochgezogen und fiel wieder hinunter wo ich dann im Boot landete.

Wow! Was für ein genialer Spaß! Ich liebe diese Adrenalin-Kicks!

Da ich immer noch keine Rückmeldung wegen Sam hatte wollte ich erst einmal nicht so weit weg fahren, falls ich doch noch einmal bei der Werkstatt vorbei schauen musste. Ich fuhr daher nach Arrowtown, wo es ja scheinbar das einzige Museum in der Gegend gab.

Zuerst ging es allerdings in die Bücherei, um meine Akkus mal wieder ein wenig aufzuladen. Danach stand ich vor dem Museum, was natürlich grade zu hatte. Weltklasse… Ich schlenderte ein wenig durch die kleine „historische Stadt“, aber bis auf Souvenirläden war hier nicht viel zu sehen. Eine halbe Stunde und ein leckeres Eis später, gab ich auf und machte mich auf den Weg.

Der nächste Übernachtungsplatz war nicht all zu weit, falls es sich die Versicherung doch noch einmal anders überlegt, kann ich morgen immer noch umdrehen und wieder zurück fahren. Immer noch günstiger als dieser grausige Campingplatz und obwohl auch hier sehr viele Camper sind doch um sooooo viel besser und gemütlicher…

Queenstown - Sam

Dienstag, 19.02.2019

Kia Ora

Am heutigen Tage ist mal wieder nicht viel passiert. Der Vormittag drehte sich ganz alleine um Sam, dessen Reparatur immer noch nicht geklärt ist.

Auf dem Weg ging es kurz zum Roaring Meg. Einem kleinen Wasserwerk. Sah ganz cool aus. Sehr schöne Kulisse…

Es ging hinein nach Queenstown, wo wir zu einem Unfall-Spezi rein sind. Nach kurzer Darlegung meines Problems sah er sich den Schaden an und war ganz und gar nicht begeistert. Schwierige Sache, meinte er. Ich hab gar nicht erst nachgefragt… Nachdem er meine Daten aufgenommen und ein paar Bilder gemacht hat rief ich die Versicherung an und teilte ihm „meine Wahl“ mit. Dieser wollte dann alles in Ganz setzen und sich melden. Mal sehen, wie lange das dauert und was dann dabei raus kommt…

Danach ging es in die Stadt. Da es keine kostenlosen Schlafmöglichkeiten in der Umgebung gibt, ging es auf einen Campingplatz. Der erste, den ich anfuhr sagte mir, es gäbe keine Preise für eine Person, der Platz ist jeweils für 2 ausgelegt und das würde 60 Dollar kosten. Puh, dachte ich mir, das ist doch etwas sehr viel! Ich suchte einen anderen, der auch einen Platz frei hatte und „nur“ 30 Dollar kostet. Der schlimmste Platz, auf dem ich jemals war… Kein richtiger Campingplatz, sondern lediglich ein schottiger Berg, auf dem sich die Autos irgendwie hinein quetschten. Aber gut, was will man machen, sehr viel Wahl ist hier leider nicht… Nachdem ich mir die Küche angesehen habe war mir aber klar: kochen werde ich hier sicher nicht!

Es ging also ab in die „City“. Am Infocenter fragte ich, was man hier so machen könne und sie zeigte mir 3 Walks, die um die Stadt herum verteilt waren. Ich erkundigte mich nach dem Ben Lomond Track, den ich morgen machen will und sie erklärte mir, dass sie ihn grade nicht empfehlen würde. Die letzten Tage waren recht regnerisch und die nächsten Tage sollen ziemlich windig werden. Aber ich könne ihn versuchen und zumindest die halbe Strecke zum Saddle gehen und dann schauen. Wenn es dort schon bewölkt und windig ist, würde sie mir nicht empfehlen, weiter zu gehen. Hm, naja, schauen wir morgen mal.

Ich fragte sie, was man hier sonst noch so machen könnte und sie zeigte mir noch einmal die anderen Walks. „Ja, aber gibt es hier noch was anderes zu sehen?“, erkundigte ich mich und sie schaute mich verwundet an. „Irgendein Museum, Gallery, irgendwie sowas?“, erweiterte ich meine Frage. „Da glänzten ihre Augen wieder und sie sagte mir, dass es ein Museum geben würde… In Arrowtown, 20km von hier. „Jo!“, dacht ich mir nur, „is klar….!“ Ich bedankte mich und ging wieder raus. Es war 1 Uhr mittags. Was sollte ich nur mit dem Tag anfangen?!

Ich ging zum „Queenstown Garden“. Ein paar Spazierwege gab es da entlang des Wassers, aber nach einer Stunde war auch da alles durch. Recht angenehme Aussicht auf den Hafen, aber nichts Besonderes.

Es hieß erst einmal eine Weile “abhängen“.

Doch dies erwies sich hier bei dem windigen Wetter als recht unangenehm.

Ich wanderte zurück Richtung Hafen und da die Promenade entlang. Naja, auch nicht so der Bringer… Dann tat ich das, was scheinbar die halbe Stadt hier machte. Ich setzte mich in den kleinen Park, der an der Promenade war und las mein Buch. Mehr is ja hier eh nicht. Nach einer Weile wurde es doch etwas zu heiß. Ich spazierte also durch die „Stadt“ und schaute in ein paar Souveniershops rein. Doch diese waren nicht nur voll von chinesischen Sachen sondern auch voller Chinesen. Daher bin ich da auch schnell wieder raus. Nachdem ich irgendwie die Zeit hinter mich gebracht habe, ging es zum Essen. Lamm mit Kartoffeln und Bohnen und – extra für Stephan ;) – ein kühles Blondes. Diese Stadt musste man sich einfach schön trinken. Keine Ahnung, was die Leute an Queenstown so schön finden...

Und da es heute nicht so wirklich viele Bilder zu sehen gibt und auf Bitte eines Kollegen heute mal eine kleine Wohnungsbesichtigung…

Das wichtigste zuerst: Das Wohn- und Schlafzimmer…

Hier meine Essecke…

Mein Arbeitszimmer…

Meine Küche…

Und in der unteren Etage: Mein WC …

Mein Abstellzimmer, mein Kleinerschrank und der Keller…

Und hier könnte ein Esszimmer sein. Falls mal Besuch kommt oder so…

Ich würde mal sagen so an die 10qm auf zwei Etagen. Gib schlimmeres für 12 Wochen ;)

Wanaka

Montag, 18.02.2019

Kia Ora

Entspannung war heute angesagt.

Es ging nach Wanaka, wo erst einmal eine Grundreinigung anstand. Auf einem Camping Hub wurde erst zuerst Sam sauber gemacht. Die Toilette wurde gereinigt, die leeren Flaschen entfernt und der Müll endlich entsorgt. Danach war ich dran und genoss endlich wieder eine schöne, lange, heiße Dusche! Das ist herrlich! Und das beste: das alles for free! So ab und an mögen uns die Neuseeländer doch noch… Obwohl ich mir sicher bin, dass es bald hier ganz anders aussehen wird. Die Neuseeländer mögen die Backpacker jetzt schon nicht wirklich. Nach heute, ist mir auch wieder bewusst geworden, warum. Ich kam auf dem Parkplatz an und eine junge Frau begrüßte mich und erklärte mir alles. Ich parkte direkt an der Dumpstation, weil ich erst einmal meine Toilette leeren wollte, da bat sie mich, dass ich mich doch bitte irgendwo anders hinstellen solle, da dieser Bereich für die Dump Station war. Ich erwiderte, dass ich auch nur meine Toilette säubern und dann ein Stück weiter parken wollte, da machte sie ganz große Augen und erklärte mir, dass sie schon etliche dieser Toyotas gesehen hätte und ich die erste wäre, die wirklich ihre Toilette säuberte. Die anderen schienen diese wohl gar nicht zu nutzen. Kein Wunder, dass sich die ganzen Neuseeländer aufregten. Alle self-contained und keiner nutzt das Ding sondern verrichtet sein Geschäft in der Gegend. Traurig, aber wenn das so weiter geht wird es bald kein einfaches Reisen im Van mehr geben…

Anschließend ging es zum Wanaka See und zum berühmten „TheWanakaTree“. Ich hatte vorher noch nichts davon gehört, las es aber auf der Karte und dachte mir, ich muss eh irgendwo Mittag essen, warum nicht am See. Der angeblich sehr gerühmte Baum war einfach ein Baum im Wasser, mit einem schönen Hintergrund. Keine Ahnung, warum der so besonders ist…

Da es ein wenig kalt war an diesem Vormittag muckelte ich mich im Auto ein und aß mein Mittagessen. Aus der Stadt hatte ich mir Sushi mitgebracht. Lecker! Danach kam es, wie es kommen musste und ich machte ein Nickerchen. Der Walk, den ich eigentlich machen wollte lag auf einer 30km langen unsealed Road, bei der die Dame im VisitorCenter nicht genau wusste, ob sie nach dem ganzen Regen überhaupt befahrbar war. Ich gab diese Idee also auf und konnte mich beruhigt meinem Mittagsschläfchen hingeben.

Danach ging es noch zu einem Strand, der auch irgendwas besonderes haben sollte. Auch hier erschloss es mir nicht, was das war, aber ein schöner Strand mit schönem Ausblick, das musste man schon zugeben.

Da es nichts weiter zu tun und zu sehen gab, was mich interessiert hätte ging es wieder raus aus Wanaka und zu einem Übernachtungsplatz in Richtung Queenstown. Bei einem leckeren Bier und Chips genoss ich die Spätsonne. Jetzt zeigen sich leider wieder ein paar Regenwolken. Naja, dann geht’s halt wieder rein und es wird da weiter gelesen… :)

Isthmus Peak

Sonntag, 17.02.2019

Kia Ora

Heute war mal wieder ein großer Track angesagt. Es ging zum Isthmus Peak.

Der Wecker klingelte um 7Uhr, aber da die Nacht nicht ganz so gut gelaufen war machte ich diesen Wecker wieder aus. 8 Uhr reicht vollkommen aus, dachte ich mir. Auch dieser wurde jedoch mal wieder eine ganze Weile „gesnoozed“, sodass ich gegen kurz nach 9Uhr am Track war. Mehr als genug Zeit, also keine Panik…

Der Track fing direkt schei* an. Steil bergauf und nicht ganz so doll ging der Track in die Höhe. Das schlimme an dem ganzen? Es wurde nicht besser… 8km lang war der Track. Nach etwa einer Stunde machte ich eine längere Pause. Meine Beine schmerzten jetzt schon und atmen war auch nicht mal eben. Ich schaute auf meine App, 3km! DREI KILOMETER… von 8! Und ich war jetzt schon am Ende!

Nach 4km spürte ich meine Beine schon nicht mehr. Sie schmerzten schon nicht mehr, sie waren einfach wie betäubt. Als wenn es gar nicht meine Beine waren. Ich konnte sie kaum noch heben, es fühlte sich an, als würden zwei Baumstämme an meiner Hüfte hängen, taub und schwer.

Die nächste längere Pause machte ich bei 4,6km und hier war ich mir sicher, dass ich diesen Walk nicht schaffen werde! Ich war dabei aufzugeben. 4,6km, grade einmal die Hälfte, wie sollte ich das schaffen?! Doch ich zwang mich weiter. Noch ein klein wenig, dann wird’s bestimmt einfacher, versuchte ich mir einzureden. Doch nein, wurde es nicht. Die Pausen wurden häufiger und bei jeder eine neue Diskussion in meinem Kopf: weiter machen oder aufgeben?

Ich gab nicht auf, sondern trottete immer weiter. Immer noch ein Stück, noch ein Stück, noch ein Stück. Schlimmer als meine Beine war meine Lunge, die anfing zu brennen. Was war los? War ich nach den paar Wochen schon so ausgelaugt, dass mein Körper schon bei dem bisschen nicht mehr will?! Ich weigerte mich das zu glauben und ging weiter. Immer weiter hinauf.

Dann war die Spitze zu sehen. Ich freute mich! Das war jetzt aber doch schnell gegangen. Oben angekommen dann die nüchterne Erkenntnis. Das war tatsächlich eine Spitze, aber nicht DIE Spitze. Diese lag2 weitere Kilometervor mir. Aber immerhin schon erkennbar! Das Ziel war erkennbar und ich sammelte noch einmal meine Kräfte. Nicht mehr lang und ich konnte mich in die Sonne legen und erholen!

Über den Kamm ging es das letzte Stück. Ein wenig Wind kam auf und erfrischte einen doch recht angenehm. Dann das Schild zum Isthmus Peak. Nur noch ein kleines Stück!

Ich freute mich auf die Pause und ging, so schnell ich konnte das letzte Stück hinauf. Und dann war es soweit. Ich hatte es tatsächlich geschafft! Die ganzen 8,4km den Berg hinauf. Ich war angekommen! Doch die Freude blieb leider nicht lange, denn kaum angekommen verschwand die Sonne hinter einer dicken, großen Wolke und es sah nicht danach aus, als wenn sie noch einmal hinauskommen wollen würde. Der Wind wurde dafür um so stärker und kälter. Ich wechselte meine Klamotten, zog meinen dicken Pulli und die Regenjacke an und wartete eine Weile, doch es wurde nicht besser! Die Wolke blieb, ebenso wie der Wind. Und so beschloss ich nach wenigen Minuten wieder zurück zu gehen, denn so langsam begann ich ordentlich zu frieren!

Der Weg hinab war nicht viel angenehmer. Die Belastung für die Knie war immens! Am Ende waren meine Knie so erledigt, dass sie immer wieder nachgaben, wenn ich nicht aufpasste.

Ein echt harter Track. Fast noch schlimmer als der Tongariro Alpine Track! Aber zumindest die Aussicht war spitze und hat die Anstrengung belohnt!

Danach ging es nur wieder zurück zum Übernachtungsplatz. Ein kleiner Sprung in den Fluss zum abkühlen und säubern und dann einfach nur erholen und entspannen!

Aspiring Nationalpark

Samstag, 16.02.2019

Kia Ora

Heute war ein ruhiger, angenehmer Tag mit ein paar kurzen, gemütlichen Spaziergängen im Aspiring Nationalpark auf dem Weg nach Queenstown.

Zuerst ging es zu den Thunder Falls. Nach dem ganzen Regen der letzten Tage ein ziemlich starker Wasserfall, wenn auch nicht ganz so berauschend. Auch der nur 5minütige Weg dahin war sensationslos.

Der zweite Wasserfall war da schon schöner. Der Fantail Falls. Auch hier war man in nur wenigen Minuten, aber hier war es doch ein wenig schöner. Der Wasserfall an sich war schon schön. Wie sich das Wasser aufteilte und in einem Fächer hinunter glitt erinnerte tatsächlich an die kleinen Fantail-Vögel mit ihren witzigen Fantail-Schwänzchen. Abgesehen davon gab es auch noch was anderes. Wie echt selten bisher in Neuseeland gab es hier wieder einen Haufen voll Steinpyramiden. Besonders schön anzusehen war hierbei der alte Baum, auf dem einige der Steinpyramiden standen. Ein echt schönes Bild.

Anschließend ging es ein klein wenig bergauf. Es ging zum Haast Pass Lookout. Der Weg recht steil, aber in gut 20 Minuten war man oben und konnte die Stille genießen. Lediglich der Wind in den Bäumen, das Rauschen der Flüsse irgendwo in der Ferne und ab und an ein Zwitschern waren hier zu hören. Sonst nichts. Ich genoss die Ruhe und die Aussicht ein ganze Weile, bevor es wieder hinunter ging.

Als letztes ging es zu den Blue Pools. Der Weg wieder durch den Wald und wieder wenig spektakulär, doch diesmal mit einigen mehr Vögeln, die hier und da herum zwitscherten. Ein komischerweise recht seltsames Bild. Bei so vielen Wäldern hier in Neuseeland sind nur so wenige Vögel zu hören und zu sehen.

An den Blue Pools angekommen gab es erst einmal ein spätes Mittagessen. Die Pools bzw. der Fluss waren scheinbar ein beliebter Touristenort. Mal wieder eine ganze Menge Leute hier. Ich suchte mir eine Platz etwas weiter weg vom Ufer und aß etwas, während ich interessiert die Leutebeobachtete: einen Jungen, der perfekte Steine über den Fluss flippte; eine deutsche Familie, die die Schuhe des jüngeren Kindes suchte; ein älteres Pärchen dass drei Anläufe brauchte um ins Wasser zu gehen – scheinbar echt kalt -; ein Typ, der *hust* kunstvoll ins Wasser sprang, dann die Bilder checkte, die sein Freund machte – offenbar nicht gut genug, denn der kunstvolle Sprung wurde ganze 5 Mal wiederholt, dann war entweder das Bild gut genug oder er einfach schon eingefroren- und ein Pärchen, dass beim Kaugummikauen ihre Klappen nicht zu bekamen – offensichtlich eine Art ansteckende Kiefersperre-… Ach ja, ab und an ist es doch auch ganz schön und witzig, wenn man Leute um sich hat…

Glacier - Lake Matheson

Freitag, 15.02.2019

Kia Ora und Willkommen zum Adrenalin-Kick Nr. 2 in Neuseeland

Der Plan für heute war ursprünglich der Fox Glacier Walk, eine Tageswanderung hinauf auf 1300m, von wo aus man einen schönen Ausblick auf die Berge haben soll. Doch wofür 4 Stunden hochlaufen, wenn man einen viel besseren Blick auf 4.000m im freien Fall hat?!

Ziemlich lange habe ich überlegt, ob ich es wirklich machen soll oder nicht und ich bin soooo froh, dass ich mich dafür entschieden habe! Ein Fallschirmsprung aus 13.000feet am Fox Glacier!

Ich war eingebucht um 9.00Uhr. Als ich um 8 Uhr aufstand sah der Himmel wenig nach Fallschirmspringen aus. Bi auf einen kleinen Fleck am Himmel war es grau und regnerisch. Egal, fertig machen und los geht’s. Am Flugplatz wurde ich zumindest nicht heim geschickt. Das war schonmal super! Doch mir wurde vorsichtig gesagt, dass sie noch nicht wissen, ob die Flüge und Sprünge stattfinden. Na gut, es sah immerhin schon danach aus, als wenn die Wolken verschwinden, also erst einmal abwarten. Keine 10 Minuten später ging es los zum Anziehen. Juhuu! Der Sprung findet statt! Ich wurde mit einem Anzug, einem Gurt und einer Mütze mit Brille ausgestatten und zog mich an. So langsam stieg die Nervosität. Mein Magen grummelte vor Aufregung. Gut, dass ich noch nichts gegessen hatte… Das Flugzeug wurde vorgefahren und die ersten Stiegen ein. Puh, ganz schön klein dieses Flugzeug…

Dann kam Hendrik auf mich zu, begrüßte mich und erklärte mir, dass ich heut mit ihm springe. Man unterhielt sich kurz, dann machte er sich fertig.

Ich schaute währenddessen zu, wie fern am Himmel die ersten drei Fallschirmspringer hinunterglitten. Sah von weitem harmlos aus… Dann noch einmal ein kurzes Briefing mit Hendrik. Er erklärte mir alles noch einmal. „Wir springen als Erste, wenn es also soweit ist, helfe ich dir die Brille anzuziehen, wenn die Tür aufgeht, Beine raus, Kopf nach hinten und dann frag ich dich, ob du bereit bist und dann geht’s los.“ Ohne zu überlegen erwiderte ich: „Spring einfach. Ob ich fertig bin oder nicht. Frag nicht, spring einfach.“ Alles klar. Das wurde so hingenommen und er meinte nur: „Ok, schnell und einfach.“ Damit konnte ich leben… Dann kam das Flugzeug wieder, wurde aufgetankt und ich war an der Reihe. Die zwei anderen Springer gingen zuerst rein, dann Hendrik und dann ich.

Die Tür ging zu und das Flugzeug startete. Während Hendrik mich festmachte genoss ich gemütlich die Aussicht. Hui, schon ganz schön hoch hier.

Wir stiegen weiter und Hendrik nur: „So, das sind jetzt 8.000feet, noch 5.000 mehr und es geht los. UFF! Das waren grad mal 8.000, na Halle-Luja… Erneut gab es ein Briefing. Da ich am Anfang des Fluges etwas verängstigt sagte, er soll mich bloß nicht fallen lassen, zeigte mir Hendrik, wo ich überall an ihm dran hang. Das schaut gut aus, dachte ich. Dann erklärte er mir noch einmal genau, wie es gleich weiter geht. „Sobald wir oben sind, geht die grüne Lampe vor dir an. Dann mach ich die Tür auf, du hebst deine Beine, lehnst sie hinaus. Kopf nach hinten, Arme an den Gurt und es geht los.“ Daumen hoch, alles verstanden.

Aufgeregt ging ich alles noch ein, zweimal in meinem Kopf durch. Und dann war es auch schon soweit und allesging plötzlich ganz schnell. Hendrik checkte ein letztes Mal meinen Gurt, das Flugzeug hörte auf an Höhe zu gewinnen, das Licht ging an, die Tür ging auf und meine Beine waren draußen und hier hing ich dann erst einmal gefühlt eine Minute halb aus dem Flugzeug raus bis Hendrik endlich hinaussprang! Ein hammer Gefühl!

Nach wenigen Sekunden im freien Fall gab mir Hendrik das Zeichen und ich konnte meine Arme gemütlich nach vorne strecken. Ich spürte den Wind, der gegen meinen Körper drückte. Meine Lunge füllte sich mit der eiskalten Morgenluft, ein Gefühl, als würde man nach Luft schnappen müssen, wie ein Fisch über Wasser. Hendrik drehte uns, sodass ich die Aussicht aus allen Winkeln genießen konnte. Das Meer auf der einen, die schneebedeckten Berge auf der anderen Seite. Unbeschreiblich!

Nach etwa 50 Sekunden, die sich wie Minuten anfühlten gab Hendrik erneut das Zeichen, er zeigte mir seine Finger. 5…4... ich nahm die Amre wieder zurück und hielt mich wieder am Gurt fest… 3…2… seine Hand verschwand 1… und mit einem Ruck wurden wir nach oben gezogen. Der Fallschirm war offen. Ich hing gemütlich in meinem Gurt und konnte entspannt durchatmen. „Sollen wir ein wenig was versuchen?“ fragte mich Hendik. „Na klar“, was auch immer du vor hast, du wirst schon wissen, was du machst, dachte ich mir. Er zog an der Leine, unsere Körper wurden mit Schwung zur Seite gezogen. Ich lachte, das hatte Spaß gemacht! „Wollen wir ein wenig mehr?“ Nach meinem Nicken zog er wieder an der Leine, wir wurden wieder mit Schwung zur Seite gezogen und drehten uns einmal um 360°. Fliegen kann so schön sein!

Nach einiger Zeit Entspannung und Spaß dann die letzte Herausforderung. „Eine einzige Sache musst du jetzt noch für mich machen“, erklärte mir Hendrik „wenn ich gleich sage Beine hoch, ziehst du die Beine hoch und hältst sie so lange, bis wir sanft auf dem Boden angekommen sind.“ Ich nickte, sah hinunter und sah viele Wiesen mit Schafen und Kühen und fragte mich, ob er mitten in der Herde landen will. Doch dann sah ich einen kleinen, winzig kleinen Bereich, der scheinbar gemäht war. Ich machte große Augen und wunderte mich, wie wir auf diesem kleinen Fleck landen sollen. In dem Moment drehte sich mein Magen wieder und mir wurde ein wenig unwohl. „Beine hoch“ hörte ich von hinten, hob artig die Beine und so sanft, wie ich es mir nie hätte vorstellen können landeten wir auf unseren Hintern auf dem gemähten Stück, das plötzlich riesig wirkte. Adrenalin schoss immer noch durch meinen Körper als ich da saß und drauf wartete, dass Hendrik mich los machte. Ein wahnsinniger Spaß und ein tolles Erlebnis! Bin ich froh, dass ich nicht gekniffen habe!

Nach dem Sprung wartete ich noch kurz auf mein Video und meine Bilder und dann war es Zeit zum Essen. Mein Magen grummelte bereits, es war ja auch schon fast Mittag…

Bevor es weiter ging war noch ein Spaziergang am Lake Matheson angesagt. Gemütlich ging es 1,5 Stunden um den See herum. Immer wieder boten sich schöne Aussichten auf die Berge. Nach der Aussicht von oben bei weitem nicht mehr so beeindruckend, aber trotzdem schön. Leider mogelten sich immer mehr Wolken in das schöne Bild. Wo am Anfang noch gelegentlich die hohen Gipfel des Mt. Tasman und Mt. Cook zu sehen waren…

…war an den berühmten Fotoplätzen nur noch Mt. Cook erkennbar…

…bis am Ende nur noch der Fotorahmen zeigte, was man hier hätte sehen können…

Ein witziges Bild ist es trotzdem…

Franz Josef und Fox Gletscher

Mittwoch, 13.02.2019

Kia Ora und Willkommen zum Gletscher-Tag

Der Tag war heute wieder ein wenig sportlich. Zuerst ging es ein wenig auf Erkundungstour. Der Tatare Tunnels Walk führte auf einem recht angenehmen Weg zu einem Tunnel, der früher zur Wasserumleitung genutzt wurde. In diesen Tunnel ging es hinein. Bewaffnet mit meinen Wasserschuhen, meiner Stirnlampe und zur Sicherheit noch der Taschenlampe ging es hinein in die Dunkelheit und ins eiskalte Gletscherwasser. Gut, dass das Wasser nur etwa knöcheltief war, denn nach wenigen Schritten waren die Füße schon gefroren. Kein angenehmes Gefühl, aber die Neugierde siegte über den Schmerz und somit ging es weiter in die Höhle hinein.

Nach etwa 10 Minuten machte ich dann das Licht aus. Ich stand vollkommen im Dunkeln, meine Augen immer noch an das Licht gewöhnt spiegelten die Erinnerung des Lichtscheins wieder. Ein trügerisches Bild, das erst einmal vergehen musste. Nach und nach gewöhnten sich die Augen an die Dunkelheit und ließen das wirkliche Licht erkennen: immer wieder kleine grüne Punkte: Glühwürmchen! Ich machte das Licht wieder an und ging ein Stück weiter, dann wieder Dunkelheit und noch mehr Glühwürmchen. Zwar hatte ich schon ein paar Glühwürmchen gesehen, doch bisher nur als blaue Lichtkugeln, die grünen Sterne an der Decke waren neu für mich.

Wieder ging ich ein Stück weiter. Die Luft wurde kälter, obwohl das Wasser eher angenehmer wurde. Die Luft füllte sich mit einem leichten Nebel, der im Lichtschein der Stirnlampe zu leuchten begann. Ein mulmiges Gefühl kam in mir auf. Ich schaltete erneut das Licht aus, doch diesmal hatten meine Augen keine Zeit sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Meine Fantasie ging mal wieder mit mir durch. Ich roch und spürte die winzigen Wassertropfen in der Luft, das Atmen wurde irgendwie schwieriger und ich erinnerte mich an Dutzende Horrorszenen. Ich schaltete das Licht sofort wieder an. Ok, das war genug mit dunklen Tunneln, Zeit zurück zu gehen…

Vom selben Startpunkt ging ein weiterer Weg ab. Er führte zur Callery Gorge. Der Weg an sich war nicht so doll, recht steile, unbequeme Stellen machten das Gehen nicht grade angenehm, aber eswar auch nicht besonders anstrengend. Am Ende gab es dann einen Blick auf die Callery Schlucht. Auch hier war das Wasser wieder milchig blau und scheinbar ebenso kalt wie in der Höhle, denn auf der Schwingbrücke angekommen spürte man die Kälte, die von dem Fluss unter einem nach oben zog.

Frisch wurde es beim nächsten Walk. Oder zumindest hatte ich es angenommen, denn es ging zum Franz Josef Gletscher. Bereits nach wenigen Minuten konnte man den Gletscher von weitem sehen. Super!

Auf dem Weg zum Endpunkt waren immer wieder Infotafeln aufgestellt, die zeigten, bis wohin der Gletscher in den letzten etwas mehr als 100 Jahren verlief. Schon der Wahnsinn, wie klein der Gletscher im Endeffekt jetzt ist, verglichen mit der Größe und Länge von früher…

Doch trotz allem war der Blick am Ende beeindruckend! Sehr cool!

Nach einer kleinen Stärkung ging es raus auf Franz Josef Glacier und zum Fox Glacier. Da die Campingplätze im Franz Josef schon fast ausgebcuht waren und es hier eh nur zwei gab, versuchte ich erst einmalmein Glück mit einem Übernachtungsplatz. Auf dem Campingplatz im „Zentrum“ der „Stadt“ hatte ich Glück, es waren noch 3 Plätze frei. Ich stellte mein Auto ab und machte mich auf den Weg zum Fox Glacier.

Nach einer Stunde kam ich am Parkplatz an und startete zum Fox Glacier. Der Weg hier war nicht ganz so angenehm wie beim Franz Josef. Es ging steiler hinauf und hinab und der Untergrund bestand meistens aus kleineren und größeren Steinen. Von einem angenehmen Walk konnte man hier nicht reden. Trotz allem waren zumindest die Ausblicke nicht die schlimmsten.

Der letzte Bereich war dann noch einmal eine Herausforderung! Es ging steil und steinig bergauf. Kurz vor der Spitze kam mit ein Herr entgegen.“Die Spitze ist gleich da oben, aber die Bar ist geschlossen,“ sagte er und grinste. „Verdammt,“ erwiderte ich „und ich bin extra hier hoch für ein kaltes Bier. Ich wusste, ich hätte die andere Richtung nehmen müssen.“ Wir lachten beide, wünschten uns noch einen angenehmen Tag und ich bewältigte die letzten Meter zum Aussichtspunkt.

Nach dem anstrengenden Aufstieg und dem Vergleich zum anderen Gletscher doch ein wenig enttäuschend, aber doch trotzdem noch ziemlich beeindruckend.

Nach dem Abstieg war ich ziemlich erledigt und besorgte mir eine Rückfahrgelegenheit. Nochmal eine Stunde laufen war heute einfach nicht mehr drin… Was allerdings definitiv heute drin war, war ein kühles Blondes. Ich ging in den einzigen Shop, den es hier gab, holte mir ein Bier und musste tatsächlich meinen Ausweis zeigen. Ich konnte es kaum glauben!

Morgen werdet ihr wahrscheinlich nichts von mir hören. Denn schön zum Valentinstag hat Neuseeland eine super Überraschung für mich. Einen schönen, ganzen, langen Tag… REGEN! Mit einer Regenwahrscheinlichkeit von 97% ab Mittag wird das eine schöne Dusche für Sam und ein langer Tag voller Schlaf und Nichtstun für mich. Auch mal schön. Hätte ich mir zwar lieber mit Sonne und Strand gewünscht, aber egal, man nimmt was man kann ;) Also dann wahrscheinlich bis Freitag!

Hokitika Gorge

Dienstag, 12.02.2019

Kia Ora

Nach mehr als 6 Wochen stand heute erst einmal spontan eins auf der To-Do-Liste: Ausschlafen!

Wie immer ging der Wecker um 8 Uhr. Neben dem süüüüm-süüüüm-süüüm des vibrierenden Handys nahm ich jedoch ein weiteres, schlimmeres Geräusch war. Das bong-bong-bong des Regens auf meinem Autodach. Na toll, der Regen hat mich wieder. Nach mehrmaligem „snoozen“ gab ich auf. Der Wetterbericht sagte Regen mit gegen Mittag und nach was anderem sah es auch nicht aus, daher machte ich den Wecker aus, kuschelte mich in mein Bett und schlief weiter. Soll der Tag doch vergehen, bei Regen ist mir das egal und ausschlafen ist auch mal was Feines…

Gegen kurz nach 10 wurde ich wieder wach, so langsam schien der Regen genug zu haben. Ich blieb noch eine Weile liegen, machte mich langsam daran wach zu werden und wurde dann gegen halb 11 von ein wenig Sonne geweckt, die sich ein wenig durch die Wolken quälte. So konnte man dann schon eher aus dem Bett. Das übliche Frühstück: „Brot“ (genau wie in Australien auch haben die hier nur Toast) mit Lemoncurd und Pulverkaffee (man, freu ich mich auf einen richtigen Kaffee…) und dann ging es wieder weiter.

Heute musste ich wieder eine längere Strecke hinter mich bringen. Doch ein wenig Pause muss auch sein. Erster Stopp war der Serpentine Beach, wo man angeblich bei Ebbe Greenstone finden konnte. Da es kurz nach Ebbe war versuchte ich mein Glück. Ich spazierte ein wenig am Strand entlang, fand den ein oder anderen grünen Stein, aber ein wirklicher Greenstone war leider nicht dabei. Nach einer Stunde gab ich dann auch auf, denn der Regen hatte mich wieder eingeholt. Also weiter ging es!

Der zweite Stopp war ein kleiner Abstecher zur Hokitika Gorge, einer Schlucht, durch den das Gletscherwasser fließt. Schon beim ersten Aussichtspunkt sah ich das milchig-blaue Wasser, dass seinen Weg durch die Schlucht suchte. Genial! Ich hatte noch nie Gletscherwasser gesehen (zumindest kann ich mich daran nicht erinnern) und war schon ziemlich beeindruckt von der Farbe.

Ein kleines Stück weiter konnte man dann an den Strand des Flusses. Bei der tollen Aussicht musste auf jeden Fall ein schönes Bild her. Der erste Versuch war nicht ganz so erfolgreich…

Das zweite Bild konnte ich noch nicht mal wirklich begutachten…

Denn innerhalb von 10 Sekunden sah es dann so aus:

Der Regen war mal wieder da…

Es ging wieder schnell zurück ins Auto und weiter zum Franz Josef Glacier. Hier war es zum einen schon recht spät und zum anderen, na klar, mal wieder Regen. Gut, dann halt heute keinen Spaziergang mehr. Ich nutzte die Zeit dann aber, um mal endlich meine Haare zu schneiden. Die nervten mich schon ein paar Tage und da ich heute eh nichts mehr machen konnte, war das der perfekte Plan. Is ganz schön was weg gekommen...

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Für meinen ersten eigenen Haarschnitt gar nicht schlecht! Und nein, die Haare links sind nicht länger, die fallen nur auf dem Bild grade so. ;)

Und zum Abschied noch ein schönes Bild; die Aussicht vom Campingplatz auf die umgebenden Berge.

Cape Foulwind - Paparoa Nationalpark

Montag, 11.02.2019

Kia Ora

Es ist Montag und es ist Zeit, Sam untersuchen zu lassen. Hier gab es eine gute und eine schlechte Nachricht.

Der erste Weg ging zum Mechaniker. Der sah sich den Schaden an, schaute sich den Innenbereich an und schickte mich zum Karosseriespezi. Die gute Nachricht: der Motorraum sieht gut aus, keine Schäden, was bedeutet, ich kann problemlos weiter fahren. Bei dem anderen, trotz allem sehr freundlichen und hilfsbereiten Herrn gab es leider nur schlechte Nachrichten. Zum einen hatte er die nächsten Wochen keine Zeit, irgendwas zu machen. Er schaute sich den Schaden kurz an und meinte, er würde in Greymouth, der nächsten größeren Stadt, einen Kollegen anrufen und fragen, ob er Zeit hätte. Als er zurück kam immerhin eine halbwegs gute Nachricht, sein Kollege hätte wenigstens Zeit, sich das genauer anzusehen, aber um das alles zu reparieren, würde ich wohl mindestens 2-3, wenn nicht 4 Wochen da bleiben müssen. Na super, als wüsste ich mit meiner Zeit nichts Besseres anzufangen… Ich hoffe, die Versicherung lässt sich drauf ein, mir das Geld so zugeben, ansonsten haben die wohl Glück gehabt, denn für sowas hab ich keine Zeit!

Da ich also gefahrlos fahren kann ging es dann gegen Mittag auch schon wieder raus aus Westport. Schließlich hab ich hier schon genug Zeit verloren. Es ging erst einmal zum Cape Foulwind. Zuerst gab es einen kleinen Walk zu Leuchtturm. Mal wieder nicht ganz so aufregend, aber immerhin eine ganz akzeptable Aussicht.

Dann ging es weiter zu den Seehunden. Hier am Cape Foulwind soll eine recht große Kolonie leben. Wieder ein kurzer Weg führte zuerst zum ersten Ausblick. Hier konnte man durch ein Fernrohr schon den ein oder anderen Seehund sehen. Sogar zwei kleine Babys spielten in einem kleinen Pool im Hintergrund. Sehr süß!

Dann ging es weiter zum nächsten Ausblick und da war es noch viel cooler! Eine ganze Hand voll Seehunde waren dort. Die großen lagen meistens faul in der Sonne rum, während ganz viele kleine im Wasser spielten oder sich in einem Pool oder im Meer vergnügten.

Ach, war das schön, die zu beobachten. Richtig toll! Über eine halbe Stunde stand ich da und entdeckte immer wieder neue Seehunde, die irgendwo hinter Felsen oder im Wasser auftauchten.

Weiter ging es Richtung Süden entlang der Westküste zum Paparoa Nationalpark. Hier machte ich drei Walks.

Der erste war der Truman Track, ein nur 15minütiger Weg durch den subtropischen Wald zum Strand. Hier waren einige Vögel, die mal wieder mit mir Katz und Maus gespielt und immer gewonnen haben… Ein schöner Track und eine recht schöne Aussicht am Strand.

Weiter ging es beim Pororari River Track, einem gemütlichen Spaziergang entlang des Flusses. Auch hier waren keine besonderen Highlights, aber die Aussicht, die sich einem hier immer wieder bot war schon beeindruckend!

Das Highlight kam dann zum Schluss. Es ging zu den Pancake Rocks. Diese Felsformationen – bisher tatsächlich nicht 100%ig geklärt,wie sie wirklich entstanden sind – wurden über Millionen von Jahren gebildet. Das besondere: diese Felsen sehen, wie der Name schon sagt, aus, als wären viele Pfannkuchen aufeinander gestapelt. Und wirklich, ein total witziges Bild, was einem da geboten wird!

Irgendwann tauchten nicht weit von den Felsen ein paar Delfine auf. Innerhalb von Sekunden waren die Felsen vergessen und alle starrten nur in die Ferne um die Delfine zu sehen, die immer wieder aus dem Wasser auftauchten und wieder verschwanden. Sehr geil! Definitiv ein tierischer Tag!

Das beste aber war diese Felsformation mit den zugehörigen Schild.

Warum das so besonders war? Für mich, die immer alle möglichen Figuren und Formen in irgendwelchen Felsen sieht, war es eine Erleichterung, denn scheinbar bin ich nicht die einzig Verrückte, die komische Sachen in Felsen erkennt!

Crash - Swingbridge Park - Westport

Sonntag, 10.02.2019

Kia Ora und Willkommen zu einem noch schlimmeren Tag als zuvor.

Nach dem gestrigen Tag hatte ich gehofft, dass der folgende besser werden würde, aber wenn man denkt es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Holländer her. In meinem Fall kam er von vorne auf mich zu.

Der Morgen begann zwar nicht früh, aber schnell. Da ich immer noch im Gebiet der Sandflies war machte ich am Morgen nur das Nötigste und fuhr dann auch schon los. Frühstücken konnte ich dann am Parkplatz zu meinem heutigen Walk. Ich machte mich also auf den Weg, die letzte Etappe natürlich wieder eine Schotterpiste, aber macht ja nichts, sind wir ja schon gewohnt. Nach wenigen Metern fuhr ein Wagen vor mir, ich langsam hinterher. Irgendwann stoppte der Wagen vor mir und ich wartete hinter ihm. Ich war kurz davor, die Hupe zu betätigen, aber ich dachte mir, es ist noch früh am Morgen, einfach mal Ruhe bewahren und ausnahmsweise mal Geduld zeigen und daher wartete ich einfach. Und was war der Dank? Der Holländer vor mir legte plötzlich den Rückwärtsgang ein. Ich dachte, ok, dann halt ein Stück zurück, konnte aber gar nicht so schnell reagieren, da gab der ordentlich Gas und fuhr voll in mich hinein! Mir ist Gott sei Dank nichts passiert, aber Sam hat voll eine mitten ins Gesicht bekommen. Die komplette Front ist nach hinten verschoben, die linke Tür geht gar nicht mehr auf und die rechte Tür nur noch mit einem leichten Knacken. Super Sache!

Wir fuhren zurück zum Informationscenter, weil wir keinen Empfang hier hatten und riefen die Versicherungen an. Informationen wurden ausgetauscht und wir gingen ins Zentrum rein um zu fragen, ob es hier in der Nähe eine Werkstatt gäbe. Als ich grade die Frage gestellt hatte viel es mir wie Schuppen von den Augen: Heute war Sonntag! Heute hat mit Sicherheit nichts offen!

Um ein wenig runter zu kommen und zu entschieden, was ich jetzt machen soll gönnte ich mir ein Frühstück. Nach Wandern war mir jetzt definitiv nicht mehr zu Mute und auf die ganzen Sandflies und Wespen hatte ich auch keine Lust mehr, also klärte entschied ich, weiter zu fahren Richtung Küste. Auf dem langen Weg dahin machte ich eine kleine Pause am Swingbridge Park, einem kleinen alten Goldminen-Gebiet mit einer 110m langen Schwingbrücke und einem etwa einstündigen Walk. Ein ganz netter Park, wenn man nicht die ganze Zeit drüber nachdenken müsste, wie viel Zeit ich jetzt wohl verschwenden würde, um mein Auto reparieren zu lassen und wie viele Probleme ich damit wohl haben werde…

Nur bin ich in dem etwas größeren Ort Westport, wo ich hoffentlich morgen eine Werkstatt finde, die sich mein Auto ansieht.

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